Warum der physische Raum im Retail Banking neu gedacht werden muss
Viele Strategiediskussionen starten mit der falschen Frage: Braucht es die Filiale überhaupt noch? Der richtige Ausgangspunkt lautet: Welche Aufgaben kann die Filiale besser erfüllen als digitale Kanäle?
Die Zahlen sind eindeutig: 75 Prozent der Bankkund:innen betreiben Multi-Banking, 82 Prozent der Gen Z nutzen Banking-Apps, und 40 Prozent der europäischen Bankfilialen wurden im letzten Jahrzehnt geschlossen. Digital hat das Ob längst entschieden.
Und trotzdem bleibt der physische Raum entscheidend. Gerade in einer VUCA-Welt, in der Wandel schnell geschieht und Unsicherheit zum Alltag gehört, wird die Filiale zum Anker für Stabilität. Das gilt nicht nur für klassische Zielgruppen – auch jüngere Kund:innen suchen Orientierung, persönliche Ansprache und ein Gegenüber, dem sie vertrauen können.
Nur 17 Prozent der Kund:innen sind mit dem Austausch über einen Chatbot zufrieden. 51 Prozent bewerten den direkten menschlichen Kontakt in der Filiale positiv. In einer zunehmend digitalen und KI-dominierten Umgebung gewinnt der persönliche Kontakt nicht trotz der Digitalisierung an Bedeutung – sondern genau deswegen.
Beim Handelsblatt-Event haben wir die Filiale der Zukunft als Ort beschrieben, der für alles da ist, was digital nicht kann. Dahinter stehen fünf zentrale Wirkungsebenen: Vertrauen als Anker in unsicheren Zeiten, Identifikation mit Marke, Region und Werten, Erlebnis das über reine Transaktion hinausgeht, Gemeinschaft als sozialer Begegnungsraum und Finanzbildung als Mehrwert für Kund:innen aller Generationen.
Diese Werte sind kein weiches Zusatzthema. Sie sind die eigentliche Grundlage dafür, dass Fläche im Retail Banking weiterhin legitimiert werden kann.
Damit verschiebt sich die Rolle der Filiale deutlich: Sie wird zum Dritten Ort – einem sozialen Begegnungsraum zwischen Zuhause, Arbeit und digitalem Kanal. Ein solcher Ort muss mehr leisten als diskrete Beratung. Er braucht Angebote für Gemeinschaft, Bildung, Personalisierung, Regionalität, Nachhaltigkeit, Interaktion und digitale Erweiterung.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Konzept einer Jugendbank im Bestand: Der Raum wurde bewusst nicht als klassische Filiale gedacht, sondern als hybride Erlebniswelt mit FinanceBar, Chill-&-Chat-Bereich, Beratungsnischen, Hybrid Zone, Co-Working, Content Corner und Außenbezug.

bkp verbindet Strategie, Zielgruppenverständnis, Raum und Umsetzung. Wir entwickeln keine generischen Filialen, sondern differenzierte Zukunftsbilder.
Mit BKP 360° arbeiten wir in drei aufeinander aufbauenden Schritten: Analyse von Zielgruppen, Standort, Marke und Betriebsmodell, Strategie und Beratung für Zielbild, Business Case und Konzept, sowie Design und Umsetzung von der Planung bis zum fertigen Raum.
Architektur, Innenarchitektur, Consulting und Academy greifen dabei ineinander – damit Räume nicht isoliert geplant, sondern als Teil eines strategischen Gesamtbilds entwickelt werden.
Das Ergebnis: Filialen, die nicht nur schön sind, sondern Bindung erzeugen, Kultur tragen und nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

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