
Mit der Zusammenführung zweier Standorte des Personalamtes Hamburg ging es um mehr als eine gemeinsame Adresse. Die neue Arbeitsumgebung sollte Begegnungen ermöglichen, unterschiedliche Arbeitsweisen unterstützen und die Werte der Organisation räumlich erlebbar machen. Gleichzeitig mussten vielfältige Wünsche zu Farben, Materialien und Möblierung zu einem stimmigen Ganzen verbunden werden.
Das Raumprogramm und die Grundrissstrukturen waren bereits weitgehend definiert. Der Gestaltungsspielraum lag deshalb nicht in einer neuen Flächenaufteilung, sondern in der innenarchitektonischen Ausarbeitung. Ein abgestimmtes Farb-, Material- und Möblierungskonzept sollte den vorhandenen Funktionsbereichen einen eigenen Charakter geben und zugleich eine gemeinsame Identität schaffen.
Welche Atmosphäre passt zur Organisation? Was brauchen die Teams für Austausch und Rückzug? Und wie lassen sich unterschiedliche Vorstellungen in einer gemeinsamen Gestaltung berücksichtigen? Diese Fragen bildeten den Ausgangspunkt verschiedener Workshop-Formate. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Projektteam sowie Botschafterinnen und Botschaftern unterschiedlicher Abteilungen und Hierarchieebenen wurden Bedürfnisse, Nutzungsmuster und Werte herausgearbeitet.
Aus drei vorgestellten Gestaltungsstrategien fanden zwei besonderen Zuspruch. Ihre bevorzugten Elemente wurden zur Leitidee „FÜREINANDER IM MITEINANDER“ zusammengeführt. So entstand aus unterschiedlichen Perspektiven ein Konzept, das die Beteiligten mittragen. Partizipation wurde damit zur Grundlage der innenarchitektonischen Gestaltung und setzte sich bei der Auswahl der Farbwelten und der Ausstattung gemeinschaftlicher Bereiche fort.


Eine zeitgemäße Bürogestaltung muss unterschiedliche Anforderungen zusammenbringen. Beim Personalamt Hamburg wurden die vorhandenen Raumfunktionen deshalb nach dem Prinzip „WIR – WIR + ICH – ICH“ gestalterisch differenziert. Drei aufeinander abgestimmte Charaktere verbinden gemeinschaftliches Arbeiten mit individuellen Bedürfnissen.
Wir: Lebendige Räume für Zusammenarbeit
Expressive Farben, dynamische Formen und multifunktionale Möbel prägen die Community Areas, Projektflächen und informellen Treffpunkte. Sie unterstreichen den offenen, kommunikativen Charakter dieser Bereiche und geben Begegnungen sowie gemeinschaftlichem Arbeiten einen passenden Rahmen.
Wir + Ich: Austausch und Rückzug verbinden
Besprechungsräume, Bibliotheken und weitere gemeinschaftlich genutzte Flächen erhalten eine ruhigere gestalterische Basis. Gezielte Farbakzente und ausgewählte Materialien ergänzen die zurückhaltende Gestaltung. So entstehen differenzierte Atmosphären für unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit.
Ich: Eine ruhige Atmosphäre für konzentriertes Arbeiten
Reduzierte Farben, natürliche Materialien und eine warme, wohnliche Atmosphäre kennzeichnen die individuellen Arbeits- und Rückzugsbereiche. Ihre dezente Gestaltung setzt einen bewussten Gegenpol zu den lebendigen Gemeinschaftsflächen.

Die Community Areas übernehmen eine besondere Funktion am zusammengeführten Standort. Als zentrale Begegnungsorte bieten sie Platz für informelle Gespräche, spontane Zusammenarbeit und den Austausch zwischen verschiedenen Abteilungen. Ihre Ausstattung folgt einem modularen Konzept, das unterschiedliche Bedürfnisse der Teams berücksichtigt.
Zur Auswahl standen unter anderem:
Die Mitarbeitenden konnten ihre bevorzugten Kombinationen selbst auswählen. Dadurch erhielten die Gemeinschaftsbereiche einen individuellen Charakter innerhalb des übergeordneten Gestaltungskonzepts. Auch vorhandene Verkehrs- und Verbindungsflächen wurden einbezogen: Informelle Sitzgelegenheiten und kommunikative Elemente ergänzen sie um Möglichkeiten für kurze Begegnungen im Arbeitsalltag.

Inspiriert vom Leitsatz „So bunt wie das Leben“ entstanden drei aufeinander abgestimmte Farbwelten. Sie geben den Etagen eine eigene Identität, schaffen Orientierung und unterstreichen die unterschiedlichen Raumqualitäten. Die Auswahl erfolgte unter Beteiligung der Mitarbeitenden.
Expressive Farben setzen Akzente in gemeinschaftlich genutzten Bereichen. Zurückhaltende Töne und natürliche Materialien prägen die individuellen Arbeitsbereiche. Das gemeinsame Farb-, Material- und Möblierungskonzept hält diese Unterschiede gestalterisch zusammen. Vielfalt bleibt sichtbar, ohne den Zusammenhang der Arbeitsumgebung zu verlieren.
Die Besonderheit des Projekts liegt im Umgang mit unterschiedlichen Vorstellungen innerhalb eines festen räumlichen Rahmens. Die Wünsche der Mitarbeitenden wurden nicht auf eine einheitliche Lösung reduziert, sondern in eine gemeinsam getragene Gestaltung übersetzt.
So entstand für das Personalamt Hamburg eine Arbeitsumgebung mit differenzierten Atmosphären und einer gemeinsamen gestalterischen Identität. Das Projekt zeigt, wie Mitarbeitendenbeteiligung, Consulting und Innenarchitektur bei der Gestaltung von Arbeitswelten in der öffentlichen Verwaltung ineinandergreifen können – auch bei bereits definierten Grundrissen.

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