Machbarkeitsstudie für Geldinstitute
Vom Bestand zur Strategie.
Eine Machbarkeitsstudie ist für Vorstände im Bankenwesen kein technischer Nebenprozess, sondern ein zentrales Steuerungsinstrument für die zukünftige Filial- und Immobilienstrategie. Sie verbindet bauliche, organisatorische und kulturelle Fragestellungen zu einer belastbaren Entscheidungsgrundlage – von der Hauptstelle bis zur Kundenhalle als Visitenkarte des Instituts.
Geldinstitute stehen unter hohem Transformationsdruck: verändertes Kundenverhalten, hybride Arbeitsmodelle, steigende ESG-Anforderungen und die Frage nach der Rolle der Filiale von morgen. Eine Machbarkeitsstudie beantwortet nicht nur, was technisch machbar ist, sondern welche Option strategisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und kulturell anschlussfähigist.
Sie schafft Transparenz zwischen minimalinvasiver Sanierung, Kernsanierung und Neubau und macht sichtbar, welche Lösung Ihre Organisation langfristig trägt – in Zahlen, Flächen und Wirkungen auf Mitarbeitende und Kunden.

Am Beginn steht die präzise Analyse des Bestandsgebäudes. Dabei werden Flächenstrukturen, Erschließung, Tragwerk, technische Gebäudeausrüstung, energetischer Zustand und regulatorische Rahmenbedingungen systematisch bewertet. So wird erkennbar, welche Potenziale im Bestand liegen, wo technische oder brandschutzrechtliche Grenzen verlaufen und an welchen Stellen Umbauvarianten wirtschaftlich sinnvoll realisiert werden können.
Auf dieser Basis lassen sich Restriktionen von Chancen unterscheiden: Was ist mit vertretbarem Aufwand adaptierbar, was wäre nur mit unverhältnismäßigen Eingriffen möglich, und wo stößt der Bestand an seine strukturelle Grenze. Die Bestandsanalyse bildet das Fundament jeder Machbarkeitsstudie für Banken: Sie trennt Potenziale von Restriktionen und schafft die Grundlage für belastbare Variantenentscheidungen.
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Für Geldinstitute reicht es nicht, Flächen nur in Quadratmetern zudenken. Entscheidend ist, ob die Gebäudestruktur zukünftige Arbeitsweisen, hybride Teams und agile Organisationsformen unterstützt. New Work wird dabei als Haltung verstanden: Kommunikation, Fokus und Kollaboration werden gleichwertig räumlich abgebildet.
So wird klar, ob ein Gebäude nur heute passt oder in zehn Jahren noch tragfähig ist. Zukunftsfähigkeit bedeutet hier, Räume so zu gestalten, dass sie mit der Organisation mitwachsen, ohne bei jedem Schritt neu gedacht werden zu müssen.

Kern der Machbarkeitsstudie ist ein Strategieworkshop mit Vorstand, Bereichsleitungen und ausgewählten Stakeholdern. Hier werden strategische Ziele, aktuelle Schmerzpunkte und Prioritäten systematisch gesammelt – von Flächeneffizienz und ESG-Vorgaben über Employer Branding bis zur Rolle der Filiale im Omnikanal.
Parallel werden Erwartungen an Gebäude, Technik und Arbeitsweisen abgeglichen und zu einem gemeinsamen Zielbild verdichtet: Wie soll die Hauptstelle zukünftig wirken, wie eng verzahnen sich Kundenhalle und Arbeitswelten, wie viel Präsenz braucht Führung, wie viel Flexibilität braucht das Team. Dieses Zielbild dient später als roter Faden für alle Varianten. Es verhindert, dass Entscheidungen nur aus der Bau- oder Kostensicht getroffen werden und stellt sicher, dass Immobilienstrategie, Unternehmenskultur und Geschäftsmodell zueinander passen. Der Strategieworkshop sichert, dass die Machbarkeitsstudie nicht nur technisch, sondern kulturell und strategisch trägt - ein entscheidender Erfolgsfaktor für Banken und Sparkassen.
Auf Basis der Bestandsanalyse und des Zielbildes werden mindestens drei Szenarien entwickelt: minimalinvasive Sanierung, Kernsanierung und Neubau. Jede Variante wird entlang definierter Kriterien bewertet – etwa Investitionsvolumen, Lebenszykluskosten, Umsetzungsdauer, ESG-Konformität, Flexibilität, Re-Use-Potenziale und Wirkung auf Mitarbeitende und Kunden.
Eine Bewertungsmatrix mit Ampelsystem macht diese Komplexität für den Vorstand auf einen Blick verständlich: Grün signalisiert hohe Zielerreichung, Gelb begrenzte Eignung, Rot deutliche Zielkonflikte. So entsteht eine transparente Entscheidungsgrundlage, die persönliche Präferenzen relativiert und Diskussionen versachlicht. Vorstandsgremien erhalten eine klare Empfehlung inklusive Risiken und Stellhebeln, statt nur eine Sammlung von Grundrissen.
Für Investitionsentscheidungen im Bankenwesen sind belastbare Zahlen entscheidend. Die Machbarkeitsstudie verknüpft daher Flächen-, Varianten- und Technikentscheidungen mit Kosten- und Investitionsanalysen. Betrachtet werden Investitionskosten, Folgekosten, Einsparpotenziale durch Flächenreduktion oder Energieeffizienz sowie der wirtschaftliche Effektstandardisierter Filialmodule.
Frühzeitig werden zudem Zertifizierungsaspekte (z. B. DGNB, BREEAM,ESG-Kriterien) integriert, um Maßnahmen nicht nachträglich „anzudocken“, sondern von Beginn an in die Planung einzuweben. So wird klar, welche Investition welche Wirkung auf Betriebskosten, Nachhaltigkeitsziele und Reputation im Markt entfaltet – ein wichtiger Faktor gerade für Institute mit starkem Regionalauftrag.

Eine professionelle Machbarkeitsstudie für Geldinstitute liefert keine Grundrisse, sondern Investitionssicherheit: mit belastbaren Kosten-, Lebenszykluskosten- und ESG-Analysen von Anfang an.
Nach dem Strategieworkshop folgt ein automatisiertes Umfrageformat, das Mitarbeitende und Führungskräfte strukturiert einbindet. Abgefragt werden Arbeitsweisen, Präsenzquoten, Teamzusammenarbeit, Kommunikationsbedarfe und Raumpräferenzen.
Die Ergebnisse fließen in eine belastbare Flächenbedarfsberechnung ein und verhindern, dass Planungen nur auf Bauchgefühl oder veralteten Belegungskennzahlen beruhen.
So entsteht ein Datenbild, das zeigt, wie viel Fläche wirklich benötigt wird, welche Raumtypen relevant sind und wie sich Desksharing, Projektflächen oder Rückzugsräume sinnvoll kombinieren lassen.
Der besondere Mehrwert entsteht, wenn Architektur, Innenarchitektur mit New-Work-Schwerpunkt und Coaching eng verzahnt arbeiten. Gebäude, Raumkonzepte und Veränderungsprozesse werden so nicht getrennt gedacht, sondern als ein zusammenhängendes Transformationsprojekt.
Das ermöglicht Lösungen, die technische, wirtschaftliche und kulturelle Dimensionen verbinden: Räume, die die DNA des Instituts sichtbar machen, Mitarbeitende in der Veränderung mitnehmen und Kundenerlebnisse schaffen, die Vertrauen stärken.
Begleitende Coachings und Academy-Formate unterstützen Führungskräfte und Teams bei der konkreten Umsetzung – von der neuen Flächennutzung bis zum veränderten Rollenverständnis in Beratung und Service.

Für Geldinstitute empfiehlt sich eine spezifische Machbarkeitsstudie, die branchentypische Anforderungen wie Sicherheit, Diskretion, Regulatorik, Bargeldlogistik und Markenauftritt gezielt adressiert.
Parallel kann eine kombinierte Studie sinnvoll sein, wenn Hauptstellen, klassische Büroflächen und ggf. Service- oder Learning-Spaces im gleichen Immobilienportfolio betrachtet werden sollen.
So lassen sich Synergien in der Flächennutzung heben und ein konsistentes Gestaltungssystem entwickeln, das von der Hauptstelle bis zur kleinen Filiale wiedererkennbar ist.
Im Kontext von Geldinstituten nimmt die Kundenhalle eine besondere Rolle ein: Sie ist Markenraum, Serviceplattform und sozialer Treffpunkt zugleich. In der Machbarkeitsstudie wird sie daher ganzheitlich betrachtet – räumlich, funktional und atmosphärisch.
Analysiert werden Kundenwege, Beratungszonen, digitale Touchpoints, diskrete Rückzugsmöglichkeiten und Eventpotenziale, um die Halle als zukunftsfähigen Erlebnisraum zu definieren.
Dabei geht es um mehr als Möblierung: Die Kundenhalle wird als Dreh- und Angelpunkt des Omnikanal-Bankings verstanden, der physische Präsenz mit digitalen Services verbindet. Die Kundenhalle ist für Banken und Sparkassen mehr als ein Empfangsbereich - sie ist Markenraum, Serviceplattform und Omnikanal-Schnittstelle in einem.

Die Machbarkeitsstudie legt einen starken Fokus auf das Kundenerlebnis: Wie wird in Zukunft Geldverkehr organisiert, wie verläuft der Empfang, wie fühlt sich Beratung an – von der klassischen Terminberatung bis zu spontanen Formaten.
Flexibilität und Modularität werden dabei zum wirtschaftlichen Schlüssel. Standardisierte Module für Service, Beratung, Wartebereiche oder Self-Service-Zonen ermöglichen es, Filialen unterschiedlichster Größe kosteneffizient aus dem gleichen Baukasten zu entwickeln.
So lassen sich Filialkonzepte je nach Standort, Frequenz und strategischer Bedeutung adaptieren, ohne jedes Mal neu zu planen. Das reduziert Investitionskosten und beschleunigt Rollouts.
Ein weiterer Aspekt ist die Multifunktionalität der Kundenhalle. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird geprüft, wie der Raum außerhalb klassischer Öffnungszeiten genutzt werden kann – etwa als Veranstaltungsort, Treffpunkt für Vereine oder Bühne für regionale Partner.
Dies stärkt die lokale Verankerung des Instituts und nutzt bestehende Flächen intensiver, was sich positiv auf Wirtschaftlichkeit und Wahrnehmung als Teil der Region auswirkt. Gleichzeitig entstehen neue Kontaktpunkte zwischen Bank, Kundschaft und Community, die digitale Angebote sinnvoll ergänzen.
Die Erwartungen der Generation Z an Banking und Filialerlebnis unterscheiden sich deutlich von früheren Kundengruppen: Authentizität, digitale Selbstverständlichkeit, transparente Prozesse und Räume mit Aufenthaltsqualität gewinnen an Bedeutung.
Die Machbarkeitsstudie sollte daher prüfen, wie die geplanten Räume diese Erwartungen adressieren – von informellen Treffpunkten über Co-Working-artige Zonen bis zu integrierten digitalen Services.
Themen wie Kultur, Erlebbarkeit, Regionalität und Mitarbeitenden-Identifikation können, je nach Tiefe, in nachgelagerte Konzepte und Kommunikationsstrategien ausgelagert werden. Sie bleiben jedoch als Leitplanke relevant, um zu verhindern, dass Räume nur funktional, aber nicht identitätsstiftend geplant werden.

Für Vorstände von Geldinstituten liefert eine professionell aufgesetzte Machbarkeitsstudie drei zentrale Mehrwerte: sie reduziert Investitionsrisiken, sie erhöht die Zukunftsfähigkeit der Immobilienstrategie und sie stärkt die kulturelle und markenseitige Schlagkraft der Organisation. Gebäude werden so vom Kostenblock zum strategischen Werkzeug.
Entscheidend ist der methodische Aufbau: von der Bestands- und Technik-Analyse über Strategie- und Beteiligungsformate bis hin zu Variantenvergleich, Kosten-und Zertifizierungsbetrachtung und einem klaren, verständlichen Entscheidungsbild.
Eine Machbarkeitsstudie für Banken und Sparkassen ist dann am wirkungsvollsten, wenn sie technische Analyse, strategisches Zielbild und kulturelle Veränderung als ein gemeinsames Projekt versteht und so aus einer Immobilienentscheidung einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil macht.
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