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Das Büro als Sehnsuchtsort

Warum moderne Arbeitswelten mehr können müssen als nur Funktion

Office

Autor(en)

Marie Seliger

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Management Team

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Räume, die mehr können als Anwesenheit

Büros stehen unter Druck: Die durchschnittliche Auslastung liegt weltweit bei 53 Prozent. Wer Mitarbeitende wirklich ins Büro holen will, braucht mehr als Präsenzpflicht – er braucht Räume, die inspirieren, verbinden und Identifikation stiften. Dieser Artikel zeigt, was moderne Arbeitswelten leisten müssen – und wie das gelingt.

Vom Verwaltungsraum zum strategischen Werkzeug

Büros dürfen heute nicht länger als rein funktionale Verwaltungsräume gedacht werden. Digitalisierung, hybride Arbeitsmodelle und veränderte Mitarbeiterbedürfnisse fordern eine Neuausrichtung – räumlich, kulturell und strategisch. Arbeitswelten sind vielmehr integraler Bestandteil einer zukunftsgerichteten Unternehmensstrategie. Ein innovatives Raumkonzept schafft nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, es wird auch zum Differenzierungsmerkmal am Markt. Moderne Arbeitswelten helfen dabei, die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, Transformationsprozesse zu begleiten und ESG-Ziele messbar zu gestalten.

Die physische Arbeitsumgebung beeinflusst für Mitarbeitende unmittelbar die:

  • Konzentrationsfähigkeit
  • Motivation
  • Leistung
  • Kreativität
  • Produktivität

Wer Raumgestaltung als Teil einer Transformationsstrategie versteht, wird dauerhaft präsent, anziehend und leistungsfähig bleiben – gegenüber Talenten, Kunden und der eigenen Organisation. Das zahlt sich auch betriebswirtschaftlich aus: Gut geplante Projekte bringen durch intelligente Nutzung eine Flächeneinsparung von 30 bis 35 Prozent, erhöhen die Flächenproduktivität und reduzieren durch modulare Konzepte die Betriebskosten.

Warum lohnt es sich, ins Büro zu kommen?

Wenn Teams sich vor Ort treffen, dann für Dinge, die remote schlechter funktionieren: Austausch, Kreativität, Kultur und Zugehörigkeit. Die Spitzenauslastung an bestimmten Wochentagen liegt weltweit inzwischen bei 80 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Unternehmen es zunehmend schaffen, Mitarbeitende gezielt für kollaborative Formate ins Büro zu bringen. Dabei geht es nicht mehr um die Frage „Wie oft sollen alle ins Büro?", sondern um die viel wichtigere Frage: „Warum lohnt es sich, ins Büro zu kommen?".

Dritte Orte: Was sind sie – und warum sind sie entscheidend?

Gefragt sind heute keine rein funktional gedachten Räume, sondern Bereiche, die Begegnung auf Augenhöhe ermöglichen, Vertrauen fördern und den Austausch erleichtern. Gerade sogenannte dritte Orte – also Übergangszonen jenseits klassischer Arbeitsplätze oder Besprechungsräume – gewinnen hier an Bedeutung. Sie verbinden formelle und informelle Momente, schaffen Nähe und fördern Dialog. Das kann das spontane Gespräch in einer offenen Lounge sein oder die schnelle Abstimmung im Teamalltag.

Diese Art von räumlicher Offenheit trägt dazu bei, Barrieren abzubauen und Beziehungskultur erlebbar zu machen. Architektur wird damit zum Werkzeug für Kommunikation, Vertrauen und Identifikation – sowohl intern als auch extern. Halböffentliche Bereiche, flexible Sitzgelegenheiten oder informelle Treffpunkte dienen als verbindende Elemente zwischen verschiedenen Nutzungsszenarien.

Was bedeutet Employee Experience für die Bürogestaltung?

Menschen suchen heute vermehrt nach Sinnhaftigkeit und Identifikation in ihrer Tätigkeit. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Work-Life-Balance und mentaler Gesundheit zu, was eine erhöhte Flexibilisierung der Arbeitsmodelle verlangt. Die Employee Experience – also die Summe aller Erfahrungen, die Mitarbeitende mit ihrem Unternehmen sammeln – wird zum entscheidenden Faktor.

Ein Büro, das die verschiedenen Bedürfnisse berücksichtigt und optimale Arbeitsbedingungen bietet, kann die Produktivität und Workplace Experience erheblich verbessern. Dazu gehören inspirierende Meetingräume, spezielle Coworking Areas für fokussiertes Arbeiten und Räume, die Gesundheit und Atmosphäre mitdenken. Kreative Planungsteams entwickeln multifunktionale Raumlandschaften, die hybrides Arbeiten, Fokusphasen, spontane Zusammenarbeit und sozialen Austausch gleichermaßen ermöglichen.

Die Gestaltung umfasst alles, was die Sinne anspricht – vom Bürodesign über ergonomische Möblierung bis hin zu Elementen, die das Arbeitsumfeld positiv beeinflussen. Wenn das Büro Mehrwert liefert, kommen Menschen gern. Wenn nicht, bleibt es leer – oder wird nur noch als Kulisse für Pflichttermine genutzt.

Branchenspezifische Anforderungen: Das Beispiel Banken und Geldinstitute

Im Bankenumfeld treffen institutionelle Verantwortung, Kundenvertrauen und regulatorische Anforderungen auf den Wunsch nach Flexibilität und Modernität. Filialen und Hauptstellen stehen unter besonderem Veränderungsdruck. Bei der Planung von Arbeitswelten in Geldinstituten kommt es daher auf mehr an als Möblierung oder Quadratmeter. Es braucht Konzepte, die Organisationsstrukturen und Kundenkontaktflächen gleichermaßen berücksichtigen – von der Teambereitschaft bis zur Erlebnisqualität am Counter.

Persönliche Kontaktpunkte sind ein zentrales Element moderner Bankenarchitektur – ob für Mitarbeitende im Arbeitsalltag oder für Kunden im Beratungskontext. Solche Kontaktmöglichkeiten werden bewusst als halböffentliche Bereiche eingeplant, die als verbindende Elemente zwischen Kundenkontakt und Arbeitswelt dienen. Die räumliche Offenheit macht Beziehungskultur erlebbar und stärkt das Vertrauen – intern wie extern.

Maßgeschneiderte Konzepte statt Universallösungen: Wie läuft ein New-Work-Projekt ab?

Bei der Planung zukunftsfähiger Arbeitswelten geht es nicht darum, Projekte in universelle Lösungsraster zu pressen, sondern maßgeschneiderte Konzepte zu entwickeln. Die Planung eines New-Work-Projekts orientiert sich an realen Arbeitsprozessen und nicht an traditionellen Abteilungsstrukturen.

Dabei hat sich ein strukturierter Ablauf bewährt: von der Bestandsaufnahme über einen Strategieworkshop und die partizipative Einbindung der Mitarbeitenden bis hin zur eigentlichen Architektur- und Innenarchitekturplanung. Am Ende steht die Evaluation – mit messbaren Ergebnissen zu Flächeneffizienz und Mitarbeiterzufriedenheit.

Wie dieser Prozess bei bkp konkret aussieht – Schritt für Schritt – lesen Sie hier: „Erfolgsfaktor Büro: Jetzt umdenken!

Das Ziel ist ein Büro, das nicht nur funktioniert, sondern auch eine spürbare Wirkung entfaltet.

Hybride Arbeitsmodelle intelligent gestalten: Was funktioniert in der Praxis?

Hybride Modelle verbinden Präsenz und Homeoffice und helfen, die Büroauslastung planbar zu gestalten. Best Practices zeigen: Das 3-2-Modell – drei Tage Büro, zwei Tage Homeoffice – bietet eine ausgewogene Lösung für Zusammenarbeit und konzentriertes Arbeiten. Feste Bürotage, sogenannte Core Days, schaffen Planungssicherheit und maximieren Kollaborationsmöglichkeiten. Flexible Arbeitszeiten mit Kernarbeitszeiten ermöglichen individuelle Arbeitsrhythmen und verteilen die Büropräsenz zeitlich besser.

Die globale Occupancy Rate liegt bei 111 Prozent – das bedeutet, dass mehr Mitarbeitende einem Standort zugeordnet sind als physische Arbeitsplätze vorhanden sind. Hybrides Arbeiten ermöglicht diese Entwicklung durch Rotationsmodelle und flexible Anwesenheitsplanung. Unternehmen müssen die Büroauslastung und -zuteilung gut planen, denn an Spitzentagen kann es zu Überlastungen kommen – und damit zu sinkendem Komfort oder eingeschränkter Produktivität.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

57 Prozent der Corporate-Real-Estate-Teams rechnen in den nächsten drei Jahren mit einer Flächenreduktion. Hauptgrund ist die geringere Flächennachfrage infolge hybrider Arbeitsmodelle. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualität der verbleibenden Flächen. Räume müssen flexibel, adaptiv und wandelbar sein – gestaltet für heute und gemacht für morgen.

Intelligente Flächennutzung bedeutet nicht nur Kostenreduktion, sondern auch Investition in Langlebigkeit, Identität und Wandelbarkeit.

Maßnahme Wirkung
Modulare Konzepte Reduktion von Betriebskosten
Ermöglichen es, Räume an sich verändernde Anforderungen anzupassen
Nachhaltige Gebäude- und Energiekonzepte Schaffen messbaren ökologischen, sozialen und ökonomischen Mehrwert

Räume, die bewegen – jenseits der Funktion

Innenarchitektur und Architektur sind kein Endpunkt, sondern Impulsgeber für ganzheitliche Transformation. Denn Räume sind für Menschen gemacht und sollen über ihre Funktion hinaus Bedeutung stiften und Kultur formen.
Das Büro als Sehnsuchtsort entsteht dort, wo Menschen gerne arbeiten, sich entwickeln und gemeinsam Ziele erreichen wollen.

Häufige Fragen zum Büro als Sehnsuchtsort

Was ist ein „dritter Ort" im Bürokontext?

Dritte Orte sind Übergangszonen jenseits klassischer Arbeitsplätze und Besprechungsräume – offene Lounges, informelle Treffpunkte oder flexible Sitzgelegenheiten. Sie verbinden formelle und informelle Momente, fördern Dialog und machen Beziehungskultur erlebbar.

Wie viel Fläche lässt sich durch intelligente Büroplanung einsparen?

Gut geplante Projekte erzielen durch intelligente Flächennutzung eine Einsparung von 30 bis 35 Prozent – bei gleichzeitig höherer Flächenproduktivität und reduzierten Betriebskosten durch modulare Konzepte.

Was bedeutet Employee Experience für die Raumgestaltung?

Employee Experience ist die Summe aller Erfahrungen, die Mitarbeitende mit ihrem Unternehmen machen. Ein Büro, das verschiedene Bedürfnisse berücksichtigt – von Fokusarbeit über Kollaboration bis hin zu Gesundheit und Atmosphäre – verbessert diese Erfahrung messbar und steigert Produktivität und Zufriedenheit.

Welche hybriden Arbeitsmodelle haben sich in der Praxis bewährt?

Das 3-2-Modell – drei Tage Büro, zwei Tage Homeoffice – gilt als ausgewogene Lösung. Ergänzt durch feste Core Days für maximale Kollaboration und flexible Kernarbeitszeiten lässt sich die Büroauslastung planbar und komfortabel gestalten.

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