Activity Based Working
Der richtige Raum für jede Tätigkeit
Activity Based Working (AWB) ist kein Trend und kein Synonym für Großraumbüro. Es ist ein Raumkonzept, das Mitarbeitenden die Wahl lässt zwischen Rückzug, Austausch und allem dazwischen – je nachdem, was die Aufgabe gerade erfordert. Richtig umgesetzt, schafft ABW Arbeitswelten, die Produktivität, Zufriedenheit und organisatorische Flexibilität gleichermaßen stärken.
Activity Based Working ist ein Bürokonzept, bei dem Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz nach Tätigkeit wählen und nicht nach Zuständigkeit. Statt eines festen Schreibtisches steht eine Vielfalt an Raumtypen zur Verfügung, die jeweils auf spezifische Arbeitsanforderungen ausgerichtet sind: konzentriertes Arbeiten, Kommunikation, Kollaboration oder Erholung. Das unterscheidet ABW grundlegend vom klassischen Großraumbüro und beeinflusst messbar die Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitenden. Nicht ein einziger Raumtyp dominiert, sondern ein durchdachtes Zusammenspiel verschiedener Zonen abgestimmt auf die tatsächlichen Tätigkeiten im Unternehmen.

Die häufigste Sorge bei der Einführung von Activity Based Working ist der Verlust des festen Arbeitsplatzes. Diese Sorge ist berechtigt und muss ernst genommen werden. Ohne gezielte Aufklärung und frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden scheitert selbst das durchdachteste Raumkonzept an mangelnder Akzeptanz.
Erfolgreiche ABW-Projekte setzen deshalb auf Kommunikation als festen Bestandteil des Prozesses. Mitarbeitende verstehen, warum sich etwas ändert. Sie erleben die Vorteile konkret und sie sehen, dass ihre Bedürfnisse im neuen Konzept mitgedacht wurden. Das schafft Vertrauen und Akzeptanz.
© Annika Feuss
Ein funktionierendes ABW-Konzept kombiniert mehrere Raumtypen, die sich gegenseitig ergänzen:
Reine Zellenbüros isolieren Teams und fördern Silodenken. Reine Großraumbüros erschweren konzentriertes Arbeiten. Erst das Zusammenspiel beider Prinzipien schafft eine Arbeitsumgebung, die Fokus und Kollaboration gleichermaßen ermöglicht und auf natürliche Weise Silostrukturen aufbricht.

Zweierbüros gelten akustisch als besonders ungünstige Lösung. Sie sind zu klein für echte Teamarbeit und zu unruhig für konzentriertes Arbeiten. Zwei Personen im selben Raum stören sich zwangsläufig gegenseitig ohne dass Ruhe oder produktive Zusammenarbeit entsteht. Besser geeignet sind größere Räume mit gezielten akustischen Unterbrechungen. Sie fangen Störgeräusche ab, ohne Mitarbeitende zu isolieren und schaffen damit spürbar bessere Arbeitsbedingungen als kleinteilige Bürostrukturen.
Unternehmen verändern sich: Teams wachsen, Projekte entstehen und enden, Abteilungen werden neu zugeschnitten. Ein Gebäude muss diese Dynamik abbilden können ohne dass jede Veränderung aufwändige Umbaumaßnahmen nach sich zieht. Activity Based Working schafft genau diese Flexibilität. Weil Arbeitsbereiche nicht fest bestimmten Personen oder Abteilungen zugeordnet sind, lassen sie sich schnell und unkompliziert anpassen. ABW wird damit zur strategischen Investition in die Zukunftsfähigkeit eines Gebäudes.
Mitarbeitende arbeiten unterschiedlich. Ein gutes ABW-Konzept berücksichtigt dies durch eine bewusste Vielfalt an Arbeitsorten:
Diese Vielfalt erhöht die Attraktivität des Büros wodurch Mitarbeitende freiwillig und gerne ins Büro kommen.

Homeoffice ist kein Gegenspieler von Activity Based Working, sondern integraler Bestandteil des Konzepts. Hybride Arbeitsmöglichkeiten und standortübergreifende Kommunikation verbinden physische und digitale Arbeitswelten nahtlos miteinander. Ein durchdachtes ABW-Konzept stellt nicht die Frage „Büro oder Homeoffice?" sondern gestaltet beide Welten so, dass sie ineinandergreifen. Der Arbeitsort wird damit zur bewussten Wahl - nicht zur Vorgabe. Den positiven Effekt bestätigt auch eine Studie, die zeigt, dass zwei Tage Homeoffice pro Woche die Jobzufriedenheit verbessern und die Fluktuation reduzieren ohne dass die Produktivität messbar sinkt (Bloom et al., 2024).
Activity Based Working ist mehr als ein neues Bürolayout. Es ist eine Antwort auf die Frage, wie unterschiedlich Menschen arbeiten und wie Räume das aktiv unterstützen können. Wer ABW einführt, investiert in Flexibilität, Mitarbeiterzufriedenheit und ein Gebäude, das mit dem Unternehmen mitwächst. Der Schlüssel liegt nicht im perfekten Grundriss, sondern in der Qualität des Prozesses: mit klarer Kommunikation, echter Einbindung der Mitarbeitenden und einem Konzept, das die Vielfalt der Menschen widerspiegelt, die täglich darin arbeiten.
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